Olga braucht Platz

Schwierige Suche nach einem Standort für das alternative Wohn- und Kulturprojekt
Von Julian Raff, Sendling-Westpark

Ob und wo das alternative Wohn- und Kulturprojekt „Stattpark Olga“ ein neues Wagen-Quartier findet, ist auch einen Monat vor dem Wegzug vom Ratzingerplatz völlig offen. Die nächstgelegenen Alternativen fänden sich eventuell im Stadtbezirk Sendling-Westpark, nachdem der Bezirksausschuss 19 einen Umzug in den Siemens-Sportpark abgelehnt hatte.

Die Kollegen im nördlichen Nachbarbezirk (BA 7) bieten dem Olga-Team und dem Kommunalreferat nun zwei Standorte am Mittleren Ring an. Sowohl die Brache südlich des Luise-Kiesselbach-Platzes am Ende der Garmischer Autobahn als auch eine Freifläche an der Ecke Heckenstaller/Passauerstraße wären allerdings nur kurzzeitig nutzbar, da hier Wohnhäuser, beziehungsweise eine Schule entstehen sollen.

Ob der Stadtbezirk überhaupt einen Platz für den Wagenpark mit seinen 27 Bewohnern und seinem Kulturprogramm zu bieten hat, beurteilten die Viertelvertreter unterschiedlich, bei aller grundsätzlichen Sympathie. CSU-Sprecher Alfred Nagel erklärte im Namen seiner Fraktion, dass sich wegen der Dringlichkeit der Bauprojekte leider keiner der diskutierten Standorte für eine Zwischennutzung eigne. Der Grundsatzbeschluss für ein Olga-Domizil im 7. Stadtbezirk fiel also gegen sechs CSU-Stimmen.

Eine Fläche beim Busparkplatz an der Hansastraße scheidet von vornherein aus, da sie längerfristig verpachtet ist. Mit elf zu neun Stimmen verwarf der BA außerdem eine Lichtung im Südpark, Ecke Höglwörther/Inninger Straße, wo der nördlich angrenzende städtische Gartenbau-Betriebshof Natursteine lagert.

Abgesehen davon, dass das Olga-Team einen urbaneren Platz mit Nachbarn vorziehen würde, hatte die Mehrheit Bedenken, da sich zwischen den Steinbrocken offenbar seltene Arten angesiedelt haben. Mit zwölf zu acht Stimmen sprach sich der BA für ein Areal zwischen Gottfried-Böhm-Ring, Passauerstraße und der Osteinfahrt des Heckenstallertunnels aus, das allerdings bereits im kommenden Jahr für einen Schulbau vorbereitet werden soll, genau wie jetzt die Wiese am Ratzingerplatz.

Vertreter des Olga-Teams hatten im BA erklärt, dass sie eine Interimslösung nur bewältigen könnten, wenn für die Zeit danach ein längerfristiges Quartier in Sicht sei. Ein ähnliches Problem ergibt sich bei dem rund einen Hektar großen Grundstück am Kiesselbach-Platz/ Autobahn-Ende, das mit 14 zu 6 Stimmen den größten Rückhalt fand.

Die Mehrheit sähe hier gern Wohnungen für Pflege- und Betreuungspersonal. Der Bezirksausschuss nahm den Standort jedoch erst in die Diskussion auf, nachdem die CSU einen Bebauungsplan für das Gebiet gefordert hatte.

Wie SPD-Sprecher Walter Sturm, zuerst halb im Scherz, später ernsthaft anmerkte, würde das langwierige Planverfahren Olga ein halbwegs komfortables Zeitfenster öffnen. Über das Für und Wider eines Bebauungsplans will der BA im Oktober entscheiden. Nagel und die CSU sprachen sich, zwecks baldiger Bebauung, mit oder ohne Plan gegen eine Zwischennutzung an dieser Stelle aus.