Neues Domizil

Das alternative Projekt Stattpark Olga zieht um

Das lange Hin und Her beim neuen Standort des alternativen Wohn- und Kulturprojekts „Stattpark Olga“ hat ein Ende. Nachdem die Stadt der Initiative nach deren Auffassung zuletzt „nur Flächen wirklich weit draußen“, die für Kulturarbeit deshalb unattraktiv waren, angeboten hatte, ging plötzlich doch alles ganz schnell. Unter dem Druck des Baustarts der Berufsschule an der Tumblingerstraße, dem bisherigen Areal der Olga-Siedlung, hat das Kommunalreferat nun eine Freifläche an der Boschetsrieder Ecke Aidenbachstraße in Obersendling zur Miete freigegeben. Schon am letzten Juni-Wochenende soll der Umzug der 17 bewohnbaren Anhänger, Wagen und Transporter beginnen.

Von der Entscheidung fühlt sich der zuständige Bezirksausschuss (BA) übergangen. Man sei vom Umzug überrascht worden, sagt BA-Vorsitzende Ludwig Weidinger (CSU). Die Olga-Aktiven wollen ihr Projekt deshalb so bald wie möglich in der BA-Sitzung vorstellen: „Uns ist sehr viel an einem guten Verhältnis gelegen“, bekräftigt Andrés Schmidt, ein Sprecher des Olga-Projekts.

Ganz glücklich ist man auch bei Olga über die Entwicklung nicht: „Sehr schade ist, dass wir dort auch nur bis September 2018 bleiben können“, sagt Schmidt. Rund sechs Wochen planen er und seine Wohngruppe nun für Umzug und Wiederaufbau. Sobald der Glaspalast, alle Wagen und die Feuertonne wieder stehen, will die Initiative die neue Nachbarschaft zu einem Willkommensfest einladen. Von Ende Juli an können auch immer donnerstags die wöchentlichen Platzcafés mit Konzerten, Karaoke, Filmvorführungen, Lesungen, aber auch Friseursalons und Werkstätten wieder stattfinden. Die nächsten Termine entfallen wegen des Umzugs; stattdessen freuen sich die Wagenkolonie-Bewohner von 1. Juli an über zahlreiche Umzugshelfer.