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Alternatives Wohnprojekt muss weichen

Stattpark Olga: Am Ratzingerplatz ist bald Schluss

21.03.18

Sendling: Eine Wohnung brauchen die Bewohner des Stattparks Olga nicht – umgebaute Wagen reichen ihnen. Doch bald müssen sie vom Stellplatz am Ratzingerplatz weichen. Sie suchen einen neuen Standort.

Boschetsrieder Straße 109 – noch ist das die Adresse des Stattpark Olga. Seit knapp zwei Jahren ist das alternative Wohnprojekt auf dem Grundstück an der Ecke Boschetsrieder-/Aidenbachstraße beheimatet. Doch: Im August ist Schluss. Denn auf dem Gelände sollen Schulen entstehen, Olga muss raus – und ist gerade auf der Suche nach einer neuen Heimat.

Ein Umzug ist ein großer logistischer Aufwand

Andi, Sarah und Martin sind alle bereits seit Anfang oder kurz nach Gründung der Wagenburg dabei, haben schon unzählige Umzüge mitgemacht – zuletzt vom Schlachthofviertel zum Ratzingerplatz. „Doch mittlerweile ist mit einem Standortwechsel auch enormer logistischer Aufwand verbunden“, erklärt Andi, der seit Beginn des Projekts in der Wagenburg lebt. „Zwei Monate dauert es in etwa, bis wir alles an einem Standort ab- und an einem neuen Platz wieder aufgebaut haben.“ Unter einem Jahr Aufenthaltsgarantie lohne sich dieser Aufwand kaum.

Bewohner möchten im Viertel bleiben

Denn was den Bewohnern wichtig ist: Ankommen im Viertel, Vernetzen mit den Nachbarn. Im Sommer einmal wöchentlich, im Winter einmal monatlich wird die Wagenburg bei Veranstaltungen zum „Dorfplatz im Viertel“, ein „Umsonstladen“ am Eingang lädt ein zum kostenfreien Gütertausch auf Vertrauensbasis. Ein weiteres Thema: Die Kinder, die in der Olga leben sind mittlerweile im Kindergarten- oder schulpflichtigen Alter. Dem Stattpark Olga wäre daher ein Standort im Viertel am liebsten.

Kommunalreferat sucht nach neuen Standorten

Noch in dieser Woche werden die Bewohner mit dem Kommunalreferat verhandeln. „Wir bemühen uns bei der Suche, eine Garantie gibt es aber nie“, sagt Sprecher Bernd Plank. „Generell ist es einfacher, Flächen am Stadtrand zu finden.“ Etwa zehn Plätze haben die Bewohner vorgeschlagen – die Hälfte davon ist im städtischen Besitz und damit im Rennen. Dem Stattpark Olga als Mieter stünde man laut Plank weiter sehr positiv gegenüber, „Und bislang hat es ja immer mit einem Standort geklappt.“ Mit dieser Einstellung vertrauen auch die Bewohner der Wagenburg in die Zukunft.

Vanessa Hahn