tegernseer landstr. 93 in münchen giesing: vom 02.07 – 30.09.2015 existierte in den räumen der ehemaligen gasstätte „AltGiesing“ das kulturelle zwischennutzungsprojekt T.A.G. – temporäres archiv der gegenwart.
eine gruppe von 10 münchner künstlern ist spontan angetreten hier ehrenamtlich ein kostenloses, selbstbestimmtes und selbstorganisiertes Kunst- und Kulturprogramm anzubieten. jeglichem unkommerziellen underground aus der kunst- und musikszene, kino- und theatermachern, wie auch linkspolitischen gruppen, nachbarn und ehemaligen stammgästen des „AltGiesing“ wurde mit dem T.A.G ein art alternatives soziales Milieu geschaffen. durch dieses freie konzept war die inklusion von menschen aus den verschiedensten gesellschaftsschichten und herkünften unmittelbar möglich. wie sich durch den überwälltigenden erfolg zeigte, wurde hier zudem eine schmerzlich wahrgenommene Lücke geschlossen!
und doch wurden von seitens der polizei, wie auch der stadt münchen vorschnelle vorwürfe gegen uns erhoben. diese reichten von ruhestörungs anzeigen, über bürokratische hindernisse, bis hin zur verfolgung durch den staatsschutz.
was für solche repressalie und schikane an macht und geld gegenüber kunst- und kulturschaffende mißbraucht wurde stimmte alle betroffenen sehr nachdenklich und lässt darauf schließen, dass in münchen kunst, kultur und soziales engagement nicht selbstorganisiert und unabhängig stattfinden darf!
das T.A.G hat sich aufgrunddessen dazu entschlossen, sich durch diese repression nicht einschüchtern zu lassen, sondern vielmehr aufzuzeigen, dass in münchen unkommerzielle und unabhängige kulturprojekte für eine lebendige stadt essenziell sind!

„Temporäres Archiv Der Gegenwart“

Raymond Gantner

Constance Maerz

Marcel Ralle

Melissa Zimmermann

Florian Marc

Silvie Bauer

Ioan Grosu

Gülbin Ünlü

Benedikt Gahl

Veit Kowald

Kunst ist bereits seit den 1920er Jahren nicht mehr nur auf materielle Artefakte beschränkt, die in einem Museum, oder einer Galerie ausgestellt werden, sondern auf die gesamte Gesellschaft ausgeweitet, in welcher auch die Kunst ihren Platz einnehmen muss, um den Menschen kreative Prozesse – wie z. B. das entwickeln von sozialen gesellschaftlichen Strukturen – bewusst und begreifbar zu machen!